Woche 36 von 52

Kapitel 36

Wenn jemand stirbt, wissen wir, was zu tun ist. Es gibt Rituale, Worte, einen Zeitrahmen, in dem Trauer erwartet wird. Menschen fragen, wie es dir geht. Du darfst traurig sein. Du darfst weinen. Die Umgebung hält Raum.

Aber es gibt andere Verluste.

Die Beziehung, die nicht mehr das ist, was sie mal war. Die Freundschaft, die sich irgendwann aufgelöst hat, ohne dass es einen klärenden Moment gegeben hätte. Die Version von dir selbst, die du sein wolltest — mit dreißig, mit vierzig, irgendwann. Die Möglichkeit, die du nicht ergriffen hast. Der Weg, den du nicht gegangen bist. Wer du hättest sein können.

Für diese Verluste gibt es keine Beerdigung. Keinen Raum, in dem du trauern darfst. Keine Worte, die andere dir sagen. Oft nicht einmal einen klaren Moment, ab dem du weißt: Das ist jetzt vorbei.

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